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Was ist noch tabu?

16.10.2008, 23.30, ARTE

Moderation: Thea Dorn
Leitung der Sendung: Christian Popp
Regie: Markus Hilß

Nichts hören, nichts sagen, nichts sehen – kaum etwas sagt mehr über eine Gesellschaft als ihre Tabus, nichts verändert sie mehr als Tabubrüche. Denn Tabus sind Meidungsgebote, mit denen eine Gemeinschaft festlegt, was zu ihr gehört und was nicht. Wer ein Tabu übertritt, wird vom Mainstream sanktioniert, denn Tabubrüche sind Angriffe auf die Identität einer Gemeinschaft.

Doch die heutigen Medien gieren geradezu nach dem Tabubruch. Deshalb kann, wer gesellschaftliche Tabus verletzt, auf einen hohen Grad an öffentlicher Aufmerksamkeit setzen.

Warum liefern Themen wie Sterbehilfe, Inzest, Selbstmord, Homosexualität, Polygamie Zündstoff für heftige weltanschauliche Debatten? Wie entstehen Tabus? Welche Tabus haben universellen Charakter, welche sind kulturell oder historisch bedingt? Wird die Gesellschaft von Tabus zusammengehalten? Wie verhalten sich Recht und moralische Ge- und Verbote zueinander? Wie verhalten sich Institutionen, wie die Kirche zu Tabus? Welche Rolle spielen Tabubrecher? Thea Dorn debattiert heute bei Paris-Berlin über „blinde Flecken“ und „Grauzonen“ eines keineswegs im Stein gemeißelten Wertekonsenses unserer Gesellschaft.

Gäste: Tatjana Hörnle – Juristin, Catherine Breillat – Filmemacherin, Robert Spaemann – Theologe und Philosoph und Oliviero Toscani – Fotograf.