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Gero von Boehm begegnet… Ulrich Tukur

04.12.2010, 21.45, 3sat

„Die Musik hat vor allen anderen Künsten den Vorteil, sofort ins Herz der Menschen zu dringen, und das ist überall auf der Welt so.“ Für Ulrich Tukur ist Nostalgie ein Schlüssel zum Erfolg. Mit seinen „Rhythmus Boys“ präsentiert er seit 1995 Lieder aus den 30er bis 50er Jahren in neuem Gewand vor einem immer größer werdenden Publikum.
In Tübingen studierte Ulrich Scheurlen, wie er damals noch hieß, Ende der 70er Jahre Germanistik, Anglistik und Geschichte. Nebenbei war er Pianist, Akkordeonspieler und Knödeltenor in einer von ihm mitgegründeten Band. An der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart absolvierte er später ein Schauspielstudium. In „Die weiße Rose“ (1982) hatte er sein Filmdebüt und im selben Jahr auch sein Bühnendebüt. Nachdem er in Peter Zadeks „Ghetto“ die Figur des SS-Sturmbandführers Kittel überragend interpretierte, war Tukur bereits zwei Jahre später die gefeierte Neuentdeckung auf den deutschen Bühnen. Seitdem spielt er spannende, abgründige, zerrissene Figuren und lotet seine Grenzen immer wieder aus.
Er brillierte als Andreas Baader, Herbert Wehner, Dietrich Bonhoeffer, war Hamlet, Peer Gynt und Jedermann. Er wurde nach Hollywood verpflichtet und spielte im Oscar-prämierten Film „Das Leben der anderen“. Als neuer „Tatort“-Kommissar Felix Murot ermittelt er seit diesem Herbst.
Zehn Jahre schon lebt der 53jährige Künstler mit seiner zweiten Frau in Venedig und in der Toskana, „weil es wichtig für mich war, Deutschland mal aus der Ferne anzusehen.“
Gero von Boehm trifft sich mit dem vielfach ausgezeichneten Multitalent in Hamburg, die Stadt, in der er lange gelebt hat und in der ihm die Theater besonders am Herzen liegen.