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Gero von Boehm begegnet… Otto Schily

05.05.2008, 22.25, 3sat

Veränderungen sind ihm wichtig, sagt Otto Schily und in seiner Biografie gibt es einige davon. Die Ereignisse des 2. Juni 1967 haben sein Leben wohl mit am Entscheidendsten bewegt. An diesem Tag wurde der Student Benno Ohnesorg während einer Demonstration in Berlin erschossen. Otto Schily sagte damals sofort zu, als sein Anwaltskollege Horst Mahler ihm anbot, mit ihm zusammen die Eltern des Erschossenen als Nebenkläger zu vertreten.
Als „politischer Spätentwickler“ bezeichnet sich Otto Schily, dessen liberal-bürgerliche Vorstellungen durch Gustav Heinemann und Adolf Arndt in den 50er Jahren geprägt und in den Jahren der Revolte von einer Öffnung für marxistisch-leninistische Ideen abgelöst wurden. 1980 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Partei DIE GRÜNEN, wurde mit 51 Jahren in den Deutschen Bundestag gewählt und war Mitglied der ersten Grünen-Bundestagsfraktion. Innerhalb der Grünen galt Schily zu dieser Zeit als Realo, setzte sich für eine mögliche Koalition mit der SPD ein. Nachdem er 1989 mit seiner Kandidatur für den Fraktionsvorstand der Grünen scheiterte, trat er am 2. November 1989 bei den Grünen aus, legte sein Bundestagsmandat nieder und wurde Mitglied der SPD. Im Dezember 1990 wurde er für die SPD zum Mitglied des Deutschen Bundestages gewählt und nach dem Sieg von SPD und Bündnis 90/Die Grünen bei der Bundestagswahl 1998 zum Bundesminister des Innern ernannt. Aus diesem Amt schied er nach der Wahl von Angela Merkel im November 2005 aus.