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Netzwerk New York

31. März 2006, 19.00 Uhr, ARTE

Eine Dokumentation von Gero von Boehm und Martin Ehrmann

Unser Alltag ist rund um die Uhr in Netze aller Art eingebunden: das Straßen- und Schienennetz, die Versorgungskanäle von Wasser, Strom und Waren, elektronische Netze wie Internet, E-mail und Mobilfunk. Wie selbstverständlich die Nutzung dieser Netze für uns geworden ist und vor allem wie abhängig wir von ihnen sind, zeigt sich, wenn eines dieser Netze ausfällt. Besonders dramatisch war deshalb für viele Bewohner New Yorks der Stromausfall im Jahr 2003. Die „city that never sleeps“ lag im Dunkel und darnieder. Verkehrschaos – die Ampeln fielen aus. Telefone blieben stumm, auch der Mobilfunk – die Sendemasten brauchen Strom – brach zusammen. Menschen in den Wolkenkratzern waren isoliert, Aufzüge, Herdplatten, Türöffner, nichts ging mehr. Selbst einige Tage nach dem Blackout zeigten sich immer noch Folgen: ungewöhnlich viele Menschen wurden mit Lebensmittelvergiftungen in Krankenhäuser gebracht. Sie hatten ihre ungekühlten und dadurch verdorbenen Lebensmittel gegessen.

Die Dokumentation zeigt am Beispiel New Yorks sehr plakativ wie sehr eine Großstadt das Prinzip der Vernetzung anwendet und auf das Funktionieren angewiesen ist. Polizei, Feuerwehr und Wachorganisationen sind eng miteinander vernetzt. Das städtische Verkehrsnetz mit Subway, Buslinien und Ampelsystem sind minutiös aufeinander abgestimmt. Millionen von Menschen aus aller Welt werden täglich mehr oder wenig reibungslos durch diese Transportmaschinen geschleust. Wenig bekannt ist das dichte Netz von Überwachungskameras, das Manhattan überzieht. Schätzungsweise 50 000 Kameras sind über die Stadt verteilt. Eine derart hochgradige Verbindung aller Lebensbereiche bietet auch Ansatzpunkte für Gefahren. Der Flug- und der Seehafen, die Tore zur Welt, sind auch Einfallstore für fremde Krankheitserreger, die sich epidemieartig ausbreiten können, eben über die vernetzten Kanäle.
Besuche bei der zentralen Energieversorgung, bei einer Telekom-munikationszentrale, der Verkehrsleitzentrale und den Schaltstellen des U-Bahnetzes zeigen eindrücklich, wie das vernetzte Management einer Megacity funktioniert.