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„Glücklich bin ich nie…“ – Augenblicke im Leben des Karl Lagerfeld

22. Juni 1999, 23.10 Uhr, ARTE

Ein Film von Gero von Boehm

Er gilt als der letzte Kaiser der Modeszene, und sein Einfluß auf den Geschmack unserer Zeit reicht weit über die Grenzen Europas hinaus: Karl Otto Lagerfeld, geboren 1938 in Hamburg, kam schon mit 15 Jahren nach Paris. Er begann, seine Augen zu schärfen, die Ohren zu spitzen und sich für einen unaufhaltsamen Aufstieg vorzubereiten. Schon bald erfaßte sein Sensorium genau, auf welchem Stand sich die Kultur gerade befand und was gefragt war. Davon, daß er in zwei Kulturen aufgewachsen ist, profitiert er noch heute. Seine Prinzipien scheinen Witz und Amüsement zu sein, aber sein Erfolg beruht auch auf Härte. Noch lebt der Virtuose des Zeitgeistes – scheinbar paradoxerweise – in einer abgeschlossenen Rokoko-Welt. Aber wieder einmal steht ein fundamentaler Wechsel in seinem Leben an. Er ist dabei, sich ein minimalistisches, fensterloses Haus in einer ehemaligen Galerie einzurichten.
Nicht nur den eigenen Namen „KL“ hat er als Marke etabliert, sondern auch Häusern wie Chloé, Fendi und vor allem Chanel neues Leben eingehaucht. Daneben scheut er sich nicht, Kollektionen für Versandhäuser wie „Quelle“ zu entwerfen. Zudem ist Lagerfeld aber auch ein mit Preisen überhäufter Fotograf, der jedes Jahr mindestens ein neues Buch vorlegt.
Der Film dokumentiert Augenblicke seines Lebens, seiner Kreationen und Obsessionen. Dabei entsteht zum ersten Mal das vollständige Bild einer Persönlichkeit, wie sie nur das Medienzeitalter hervorbringen konnte.
Wir begleiten Lagerfeld hinter die Kulissen der Defilés und anderer öffentlicher Auftritte des berühmten Ateliers von „Mademoiselle Chanel“ und zeigen, wie er sein atemloses Leben lebt, das gleichzeitig so tief in der Tradition verwurzelt ist.